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    / Straßennamen

    Zuständige Mitarbeiter

    Herr Georg Becks

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    Postadresse

    Room Nr.: 17
    Kirchplatz 1-3
    48612 Horstmar Adresse in Google Maps anzeigen

    Funktion

    Fachbereichsleiter
    Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters
    Details

    Leistungsbeschreibung

    Straßennamen und Hausnummern; Vergabe

    Straßennamensschilder und Hausnummern sind die wesentlichen Voraussetzungen für die Orientierung im Gemeindegebiet. Sie gewährleisten - neben den Notfalleinsätzen der Hilfsdienste - den wirkungsvollen Einsatz von Feuerwehren und Polizei, dienen der Postzustellung und erleichtern den privaten Besuchsverkehr. Das Anbringen von Straßennamensschildern ist die Folge einer gemeindlichen Straßenbenennung.

    Straßenbenennung

    Das Recht, den öffentlichen Straßen (und Plätzen) Namen zu geben, ist eine Selbstverwaltungsangelegenheit der Gemeinden. Das Benennungsrecht umfasst auch das Recht, bestehende Namen zu ändern. Die Straßenbenennung bedarf der Beschlussfassung des Gemeinderats oder eines beschließenden Ausschusses, es sei denn, es handelt sich um die Auswechslung unleserlich gewordener Namensschilder bereits benannter Straßen. Die Straßenbenennung steht im Ermessen der Gemeinde. Der Gemeinde steht bei der Wahl des Straßennamens weit gehende Gestaltungsfreiheit zu; die allgemeinen Grenzen des Ermessens sind jedoch zu beachten. Der gewählte Straßenname darf nicht anstößig sein oder gegen Strafgesetze und die demokratischen Grundordnung verstoßen. Bei einer Straßenumbenennung sind bestehende Interessen der Anwohner an der Beibehaltung des bisherigen Straßennamens im Rahmen der Abwägung zu berücksichtigen. Mit der Straßenbenennung können verdiente Bürgerinnen und Bürger geehrt und die örtliche Tradition gepflegt werden.

    Straßennamensschilder

    Der Bundesgesetzgeber hat im Rahmen seiner Kompetenz für die Erschließung von Grundstücken in § 126 Baugesetzbuch Regelungen für Kennzeichen und Hinweisschilder für Erschließungsanlagen und für (Haus-)Nummern getroffen. Der Eigentümer hat das Anbringen, Ändern und Entfernen von Kennzeichen und Hinweisschildern für Erschließungsanlagen (Straßenbezeichnungsschildern einschließlich Erläuterungen des Namens und Angaben der an der Straßen gelegenen Grundstücke) auf seinem Grundstück zu dulden; zur Anbringung ist er jedoch nicht verpflichtet. Auch das Betreten des Grundstückes zu diesem Zweck ist zu dulden. Die Kosten der Anbringung der Straßennamensschilder können nicht auf die Eigentümer der anliegenden Grundstücke abgewälzt werden.

    Hausnummerierung

    Die Grundstückeigentümer sind verpflichtet, ihr Grundstück mit der von der Gemeinde festgesetzten Hausnummer zu versehen. Die Pflicht umfasst das Beschaffen, Anbringen, Instandhalten und die Kostentragung des Schildes. Im Fall einer Umnummerierung muss der Eigentümer auch die Kosten des neuen Nummernschildes tragen. Die Nummerierungspflicht besteht für bebaute und unbebaute Grundstücke. Die Gemeinden sollen die Hausnummerierung durch Satzung regeln, in der auch festgelegt werden kann, wie die Nummernschilder auszusehen haben und wo sie anzubringen sind.

     

    Umgang mit strittigen Straßennamen

    Hitzige Diskussionen in Bezirksvertretungen oder im Rat, Streit zwischen Umbenennungswilligen und Anwohnern: An der Frage, ob Straßen und Plätze nach umstrittenen Reichspräsidenten oder in der NS-Zeit aktiven Schriftstellern, Kulturfunktionären, Wissenschaftlern und Gelehrten benannt sein sollten, daran scheiden sich die Geister.

    Ehren oder nicht ehren? Weiter erinnern, vom Straßenschild entfernen oder mit Erläuterungen versehen? Diese Fragen sind zentraler Bestandteil der Diskussionen um die Umbenennung von Straßen - nicht nur in Horstmar.

    In vielen Städten und Gemeinden stehen Debatten über NS-belastete Namen auf der tagespolitischen Agenda. In einigen Städten erschienen die Namensgeber  für Schulen oder Straßen nicht mehr tragbar. In Neuenkirchen zum Beispiel hat sich der Rat für die Umbenennung der Castelle- und Wagenfeldstraße ausgesprochen. In Horstmar soll das Problem mit der Anbringung einer Erläuterungstafel unter dem Straßenschild gelöst werden.

     

    Was sollte ich noch wissen?

    Wagenfeldstraße

    Informationen zum Schriftsteller Karl Wagenfeld

    Leben und Werk

    Karl Wagenfeld war ein deutscher Dichter, der seine Werke vornehmlich in niederdeutscher Sprache verfasste. Außer als Schriftsteller war Wagenfeld als Lehrer, Heimatforscher und Redakteur tätig. Er wurde am 5. April 1869 in Lüdinghausen geboren und starb am 19. Dezember 1939 in Münster.

    Zum dichterischen Werk Wagenfelds gehören zahlreiche Dramen –vornehmlich für die Bauernbühne-, Versdichtungen und Erzählungen.

    Wagenfelds Leistungen als Heimatforscher liegen in der Überlieferung von Bräuchen und Tänzen aus dem münsterländischen Volksleben, insbesondere von Liedern, die zu Bauernhochzeiten und Schützenfesten gesungen wurden. Althergebrachte Sprichwörter, Redensarten, Kinderverse und Kinderlieder, Glaube und Aberglaube im Münsterland waren weitere Themen des Volkskundlers Wagenfeld. Auch betätigte er sich im Bereich der Namens- und Begriffsforschung.

    Wagenfeld unterrichtete als Lehrer ab 1899 an der Martinsschule in Münster. Er beschäftigte sich in dieser Zeit intensiv mit der Heimatpflege. 1913 gab er den Anstoß für die in 1915 erfolgte Gründung des „Westfälischen Heimatbundes“. Von 1921 bis 1926 übernahm er die Geschäftsführung des Heimatbundes. Im Anschluss daran war er zunächst stellvertretender Vorsitzender und von 1933 bis 1934 deren Vorsitzender.

     

    Verhältnis zum Nationalsozialismus

    Karl Wagenfeld ließ sich im Laufe seines Lebens immer stärker politisieren. Ab Oktober 1933 gehörte er sowohl der NSDAP als auch dem nationalsozialistischen „Kampfbund für deutsche Kultur“ als Mitglied an.  Schon vor seiner Mitgliedschaft in den vorgenannten Parteien plädierte Wagenfeld 1926/7 im Coesfelder Kreisheimatkalender für Rasseneinheit.

    Unabhängig von seiner formalen Mitgliedschaft in den vorgenannten Organisationen hat Wagenfeld in seinen politischen Reden und Schriften immer wieder und im Laufe der Jahre in zunehmendem Maße rassistische, nationalistische und nationalsozialistische Ideologien propagiert. Er vertrat hierin ein Menschenbild von hochwertigen und minderwertigen Menschen (u.a. bezeichnete er „Neger, Kaffer und Hottentotten“ als „Halbtiere“, Fremdrassige als „Volksverderber und Schädlinge“, Menschen in „Krüppel- und Idiotenanstalten, in Fürsorgeheimen und Strafanstalten“ als körperlich und geistig Minderwertige). In der Fortpflanzung und Vermehrung der seines Erachtens minderwertigen Menschen sah Wagenfeld eine wachsende Bedrohung für Deutschland. Er setzte sich daher in seinen öffentlichen Vorträgen dafür ein, dass in dem der von ihn geführten Westfälischen Heimatbund ein besonderer „Arbeitsausschuss für Eugenik“ gebildet wird. Es gab aber gewisse Unterschiede beim Rassebegriff. Die größte Differenz zwischen Wagenfeld und dem Nationalsozialismus bestand wohl darin, dass Wagenfelds Anschauungen ursprünglich christlich geprägt war, während die Nationalsozialisten eher areligiös waren. Die Weltanschauung Karl Wagenelds weist insgesamt jedoch mehr Anknüpfungspunkte als Unterschiede zur NS-Ideologie auf.

     

    Aus heutiger Sicht kann man Wagenfeld bei Betrachtung seiner kultur- und bevölkerungspolitischen Vorstellungen und Aussagen durchaus mit einigem Recht als einen geistigen Wegbereiter und Wegbegleiter des Nationalsozialismus bezeichnen. Das von Wagenfeld in diesem Zusammenhang gezeichnete Menschenbild entspricht dem Menschenbild, welches der Nationalsozialismus unter anderem zur Errichtung der Ideologie von Herrenmenschen und Untermenschen, zum Erlass der Nürnberger Rassegesetze, zur Euthanasie von geistig und psychisch kranken Menschen und letztendlich auch zur Rechtfertigung des Kriegs benötigte und benutzte.



    Castelleweg


    Informationen zum Schriftsteller Friedrich Castelle

    Leben und Werk

    Friedrich Castelle war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Er wurde am 30. April 1879 in Appelhülsen geboren und starb am 15. Januar 1954 in Wellbergen.

    Castelle verfasste neben seiner journalistischen Arbeit Romane, Erzählungen, Biografien, Gedichte und Hörspiele. Außerdem gab er Werke von westfälischen und niederdeutschen Autoren heraus und förderte seit den 20`er Jahren maßgeblich den Kult um den Autor Hermann Löns.

    Castelle studierte an der Universität in Münster Philosophie und promovierte 1906 zum Doktor der Philosophie. Von 1912 bis 1915 leitete er die Zeitschrift „Deutschland“. Während des ersten Weltkriegs war er Leiter einer Presse- und Nachrichtenabteilung der Reichswehr. Ab 1916 leitete er gleichzeitig die Geschäfte des völkisch ausgerichteten Westfälischen Heimatbundes, dessen Zeitschrift „Heimatblätter der Roten Erde“ er ab 1920 herausgab. Nach 1918 war Castelle einer der Mitinitiatoren der Niederdeutschen Heimatbühne in Münster und bis 1921 hielt er als Lektor Vorlesungen an der Universität Münster. Daneben unternahm er ausgedehnte Vortragsreisen durch Deutschland. Ab 1921 war Castelle Leiter der Rundfunksendestelle in Düsseldorf und ab 1922 leitete er die Monatszeitschrift „Die Bergstadt“ sowie ab 1930 das Nachfolgeorgan „Der Türmer“.

    Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten übte er diverse Funktionen in der Kulturbürokratie des nationalsozialistischen Regimes aus (Obmann der NS-Kulturgemeinde für den Kreis Burgsteinfurt, Beiratsmitglied des Gaues Nordrhein-Westfalen und führender Mitarbeiter der Reichsschrifttumskammer). In 1937 wurde Castelle „Haupt-Abteilungsleiter-Sachbearbeiter zur besonderen Verwendung“ im Reichssender Köln, zu dessen stellvertretendem Intendanten er später aufrückte. Während des Zweiten Weltkriegs leitete Castelle zeitweise (bis 1942) den Rundfunksender im besetzten Luxemburg.

    Nach Kriegsende wurde Castelle zunächst in einem britischen Internierungslager in Haft gehalten. Nach seiner Entlassung und seiner Rehabilitierung in einem durchgeführten Entnazifizierungsverfahren arbeitete Castelle wieder als Verfasser plattdeutscher Hörspiele und trat mit Vorträgen und Rezitationen auf. Seine letzten Jahre verbrachte er bis zu seinem Tod auf der Wasserburg Welbergen.

     

    Verhältnis zum Nationalsozialismus

    Friedrich Castelle war als Schriftsteller auf den ersten Blick ein typischer Vertreter der völkisch-niederdeutschen Dichtung. In seinem westfälischen Bauernroman „Heilige Erde“, für den er 1925 den Literaturpreis erhielt, propagierte er völkisch-niederdeutsche Dichtung mit typischen Zügen aus der „Blut- und Boden-Ideologie“. Auch in seinen anderen Werken findet man immer wieder Andeutungen in diese Richtung. Schon vor seiner Mitgliedschaft in der NSDAP leistete Castelle den Nationalsozialisten publizistische Untestützung. Ab 1930 bestimmte er als Herausgeber der Zeitschrift „Der Türmer“. die publizistische Leitlinie des Blattes. In einer Bücherschau im „Tümer“ von 1932 machte er vor allem Werbung für nationalsozialistische Autoren. Nach der NS-Machtübernahme warb Castelle im „Türmer“ immer offensiver für die nationalsozialistische Bewegung.

    Castelle trat bereits im Mai 1933 der NSDAP bei und trat als Propagandist des Nationalsozialismus auf. Er übte auch verschiedene hochrangige Funktionen in der Kulturbürokratie des Regimes aus (siehe vorstehende Ausführungen zu seinem Leben im Nationalsozialistischen Deutschland).

    Unabhängig von seiner formalen Mitgliedschaft in der NSDAP war Castelle eindeutig ein Bewunderer und Förderer der nationalsozialistischen Ideologie und der führenden Repräsentanten des Regimes. Er hat sowohl in seinem schriftstellerischen Werk als auch in seinem Berufsleben die menschenverachtende und antisemitische Ideologie der Nationalsozialisten persönlich aktiv gefördert und auch als Herausgeber einer Zeitschrift die Veröffentlichung von stark antisemitischen Texten gebilligt und damit zu verantworten.