Katholische Pfarrkirche St. Gertrudis


    Die Kirche in Horstmar zeigt sich als typischer Vertreter einer gotischen Hallenkirche, bei der sich Mittelschiff und Seitenschiffe unter demselben Dach befinden. Die Kirche zeigt außer der Rokokokanzel nur Ausstattungsstücke in gotischen Formen. Dabei hat die Kirche den spitzen Turmhelm und die Innenausstattung erst im 19. Jahrhundert erhalten. Sie selbst wurde in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts nach vollständigem Abbruch der Vorgängerkirche erbaut, nachdem der Fürstbischof zur Hebung der Pfarrseelsorge und zur Bildung der Bevölkerung 1325 ein Kapitel für zunächst 6, ab Mitte des 15. Jahrhunderts für 9 Kanoniker gestiftet hatte. Nachdem die Kirche zunächst eine flache Holzdecke hatte, erhielt sie gleich nach 1400 die heute noch den Kirchenraum bestimmenden hohen Gewölbe und noch etwa 50 Jahre später den mächtigen Turm. Dieser hatte allerdings ursprünglich nur ein Satteldach zwischen Treppengiebeln und ganz den Charakter eines Wehrturmes. Das 3. Stockwerk enthält nämlich an den freien drei Seiten Schießscharten.

    Dieses Verteidigungsstockwerk ist zudem nur über einen engen runden Treppenturm erreichbar. 1861 erhielt der Turm erst den hohen spitzen schiefergedeckten Turmhelm. 1889 wurde die Südseite und 1896 die Nordseite mit Schiefer gedeckt, bis dahin waren auf dem Dach rote Dachziegeln. 1982 wurde die Kirche vollständig renoviert.