Pressemitteilung 02.09.2021

    „Wohnsiedlungsentwicklung und Gewerbegebietsentwicklung in Horstmar folgt einer strategischen langfristig

    angelegten Planung“

    Wohngebiete und Gewerbegebiete in Horstmar und Leer entstehen auf der Grund­lage von Landesentwicklungsplan NRW, des Regionalplans der Bezirksre­gierung Münster, der Flächennut­zungsplanung sowie konkreter Bebauungs­pläne. „Die Wohnsiedlungsentwick­lung und Gewerbegebiets­entwicklung folgt ei­ner stra­tegischen langfristig an­gelegten Planung“, informiert Bürgermeister Ro­bert Wenking in ei­ner städti­schen Pressemitteilung. Das ist u. a. auch deshalb dringend erfor­derlich, damit die der Erschließung von Baugebieten vorgeschal­teten, mit hohem finanziellen Aufwand verbundenen Grundstücks­verhandlungen und -geschäfte infolge der Aufwer­tung von Ackerland zu Bauland durch den Ver­kauf der Grundstücke auch refi­nanziert werden können.

     

    „Wir haben in den neunziger Jahren erlebt, dass Er­zie­herinnen wegen drohender Gruppenschließungen mangels der erforderlichen Kin­derzahl in den Kindergär­ten häufig nur Ein-Jahres-Verträge erhielten, die nicht verlängert wurden. Heute bauen wir in Horstmar und Leer neue Kindergär­ten mit zusätzlichen Gruppen und sicheren Arbeitsplätzen.

     

    Wir haben miterlebt, dass die Grundschule in Leer mangels erforderlicher Schü­lerzahl gefährdet war. Der Rat der Stadt Horstmar hat be­schlossen, die Astrid-Lindgren-Grundschule mit beiden Standorten zu halten. Die Umsetzung des Beschlusses setzt die erforderliche Anzahl von Schülerinnen und Schüler voraus.

     

    Wir haben miterlebt, wie die Hauptschulen im ländlichen Raum mangels erfor­derlicher Schülerzahl auf­geben mussten. Damit wurde in zahlreichen Kommu­nen unserer Größenordnung die einzige weiterführende Schule vor Ort für immer ge­schlos­sen. Der Rat der Stadt Horstmar hat in Kooperation mit der Gemeinde Schöppin­gen einen Schulzweckverband ge­grün­det, der die Sekundarschule in Schöppingen und zusammen mit der Stadt Steinfurt das Gymnasium Arnoldi­num, Lernzentrum Horstmar, betreibt. Die Standorte leben von den Schülerinnen und Schü­lern, die sie besuchen.

     

    Das St. Gertrudis Haus hatte vor Jahren eine sehr problematische, existenz­be­drohliche Phase mangels er­forderlicher Belegungszah­len.

     

    Die haus­ärztliche Versorgung, stationäre und am­bulante Pflegeangebote, der Handel mit Grundver­sorgungsartikeln bis zur Bäcke­rei in der Altstadt leben von einer ausreichenden Nachfrage im Ort. Sinken die Einwohnerzahlen, sinkt die Nachfrage. In der Folge brechen mittel­fristig ge­wohnte Lebensstandards und Angebote der öf­fentlichen Daseinsvorsorge weg. Die Kettenreak­tion ist ein weiterer Attraktivi­tätsverlust, Wegzug von Menschen und Wegfall von Arbeitsplätzen.

     

    Die Existenz ehrenamtlichen Engagements, der Freiwilligen Feuerwehr, von Ver­einen und Verbänden hängt maßgeblich vom Nachwuchs ab.

     

    Eine verträg­liche Wohn­siedlungsentwicklung, deren Gesamtum­fang für die nächsten Jahr­zehnte in Horstmar und Leer aus verschiedenen Gründen sehr begrenzt ist, ist unverzichtbar für die Zukunftsfähig­keit ei­ner Klein­stadt wie Horst­mar mit zwei geografisch relativ weit aus­einander­liegen­den Orts­teilen.

     

    Rat und Verwaltung sind verpflichtet, diese Gesamtzusammenhänge städtebauli­cher Entwicklung zu sehen und dem Allgemeinwohl der Bürgerschaft in Abwä­gung mit Individualinteressen Vorrang einzuräumen. 

     

    Bei der Erstellung des bestandskräftigen Bebau­ungsplanes „Fried­hof/Schützenstiege“ wurden auch wegen seiner geografischen Lage umfangrei­che zeichnerische und textliche Festsetzungen insbesondere im Hin­blick auf Flä­chenaus­gleich in­nerhalb des Plangebietes mit Grünflächen und Flä­chen zum Schutz und zur Pflege von Boden, Natur und Landschaft beschlossen.  Die Ent­wässerungsplanung folgt einer Be­rechnung auf gesetzlicher Grundlage, der auch aktuelle Entwicklungen (Jahrhun­derthochwasser) zugrunde liegen. Diese aktuel­len Kennzahlen wer­den bei der Re­alisierung der Entwässerungsanlagen berück­sichtigt. Die Frage der kon­kreten Be­bauung der Grundstücke hinsichtlich Nach­haltigkeit und CO2-Reduk­tion wird im Rat noch sehr grundlegend thematisiert werden. 

    Die Vergabe von Baugrundstü­cken folgt den vom Rat der Stadt Horstmar be­schlossenen und im Baugebiet Lau III bereits angewandten Kriterien: Danach werden in der ers­ten Kategorie Paare, Paare mit Kindern sowie Alleinerziehende mit Kindern oh­ne Wohnungseigentum berücksichtigt. Bisher liegen eine größere Anzahl von Bewerbungen nach einem Baugrundstück in dem Baugebiet vor. Eine den o.g. Kriterien zugrunde liegende Vergaberichtlinie ist Bestandteil eines kon­kreten Ratsbe­schlusses. Grundstücks­reservierungen hat es nicht gegeben und wird es nach dem Willen des Rates auch zu­künftig nicht geben.

     

    Horstmar, 02. September 2021

     

    Robert Wenking

    Bürgermeister   


    Presseinformation zum download (hier)

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