Horstmar ist Fairtrade Stadt

    Fairer Handel beginnt beim Einkauf

    Was haben London, Paris, Rom und Horstmar gemeinsam? Sie tragen den Titel „Fairtrade-Town“. Am Sonntag übergab Manfred Holz, Ehrenbotschafter des Vereins „TransFair“, die offizielle Urkunde an Bürgermeister Robert Wenking und die Fairtrade-Steuerungsgruppe.

    „Diesen Titel bekommt man nicht geschenkt. Ihre Stadt hat die notwendigen Kriterien mit Bravour erfüllt“, betonte Manfred Holz während der Verleihung im Rahmen eines „Fairen Frühstücks“ im Hotel Restaurant „Holskenbänd“. Dazu hatten die Stadt Horstmar und die Steuerungsgruppe gemeinsam eingeladen.

    „Ich danke allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich für die Fairtrade-Idee engagiert und die Zertifizierung als Fairtrade-Town überhaupt ermöglicht haben“, so Robert Wenking. Initiiert vor drei Jahren von den Horstmarer Grünen, hat die Kampagne weitere Kreise erfasst: „Wir haben breite Unterstützung in Politik und Gesellschaft gefunden“, stellte Dirk Klein-Bölting, Sprecher der Steuerungsgruppe, in seinem Grußwort fest. Er verdeutlichte, dass sich jeder Einzelne für nachhaltigen Konsum und gerechtere Handelsstrukturen einsetzen kann: „Ihr Einkaufszettel ist ein Wahlzettel. Fragen sie im Laden nach der Herkunft der Produkte. Kaufen sie regionale Waren und achten sie auf das TransFair-Gütesiegel.“ So könnten die Verbraucher ihre Macht nutzen und eine Menge bewegen. Durch viele kleine Beiträge einzelner Menschen könne Großes erreicht werden. „Fairer Handel bedeutet ganz einfach faires Handeln“, brachte Klein-Bölting die Botschaft auf den Punkt.


     

    An das Verantwortungsbewusstsein der Menschen appellierte auch Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz: „Wir haben alle eine gemeinsame Verantwortung, dass diejenigen, die uns täglich den Tisch decken, auch selber satt werden – das gilt weltweit, aber auch für unsere heimischen Landwirte, Fleischer und Bäcker.“ Es sei einfach nicht fair, „billig einzukaufen, wofür andere teuer bezahlen.“ Der Kauf von Fairtrade-Produkten sei weder Spende noch Almosen, sondern ein nachhaltiger Beitrag zur Verbesserung der internationalen Lebens- und Arbeitsbedingungen. „Als eine der reichsten Industrienationen der Erde stehen wir in der Pflicht, unseren konkreten Beitrag gegen die Armut zu leisten“, so Holz.

    Der faire Handel bilde längst keine exotische Nische mehr, sondern sei zur Bürgerbewegung geworden: „2016 ist der Anteil fair gehandelten Waren in Deutschland um 18 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro Gesamtumsatz gestiegen. In diesem Jahr werden wohl 1,5 Milliarden erreicht. Deutschland ist weltweit der dynamischste Fairtrade-Markt.“ Es gebe fast keinen Laden mehr, der überhaupt keine Fairtrade-Produkte anbiete.

    „Horstmar ist nun die 533. Fairtrade-Town in Deutschland und die 126. in Nordrhein-Westfalen“, stellte Manfred zur Urkundenverleihung fest. Jetzt gelte es, den gerechten Handel weiter zu fördern: „Kaufen sie möglichst nur noch bio-fair-regional und saisonal ein.“

    Wie reichhaltig und schmackhaft das sein kann, zeigte sich direkt während des gemütlichen, gemeinsamen Frühstücks. Das Ehepaar Roters brachte nicht nur eine große Auswahl fair gehandelter, sondern auch regionaler Produkte und Köstlichkeiten aus eigener Produktion auf den Tisch.