Burgmannshöfe
Südlich der heute nur noch als Bodendenkmal vorhandenen Burganlage "Hustmere" entstand die ehemalige Burgmannsstadt Horstmar
Auffällig für das Münsterland einzigartig ist der nahezu quadratische Grundriß der Stadt, der an römische Stadtgründungen erinnert, ohne daß hierfür eine Rezeption abzuleiten wäre. Der heute noch gut ablesbare Grundriß wurde von zwei umlaufenden Gräben und Außen- und Innenwällen umschlossen. An den Ecken des quadratischen Grundrisses standen runde Wachtürme. Eine Stadtmauer konnte jedoch bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden. In jede der vier Himmelsrichtungen führte ein Tor aus der Stadt. Der Ortskern wird bis heute achsial von zwei Hauptstraßenzügen, die von Osten nach Westen und von Norden nach Süden verlaufen, kreuzförmig geteilt. Den Ortsmittelpunkt bestimmen Kirche und Rathaus.
Nach außen, nahe den Befestigungsanlagen und Stadttoren, standen die ehemaligen acht Burgmannshöfe. Die Gründung der Burgmannshöfe ist für das 11. Jahrhundert anzunehmen. Zum Schutze ihrer etwa 200 m entfernt liegenden Burg gründeten die Edelherren von Horstmar acht Burglehen, deren Höfe gleichzeitig die sich entwickelnde Burgsiedlung sichern sollten.
Ihre Bewohner, die Burgmänner, waren die eigentlichen Herren der Stadt. Bereits im 13. Jahrhundert erwähnt, verstanden sie es, im Laufe des nächsten Jahrhunderts ihre Befugnisse und Macht derart auszuweiten, daß sie sogar ihrem Landesherrn, dem jeweiligen Bischof, den Zugang zur Stadt verwehren konnten.
Von den Burgmannshöfen sind bis heute vier erhalten:
Von einem fünften Hof, dem ehemaligen Valkenhof, ist lediglich noch der Keller vorhanden.
An das Münstertor, das östliche Stadttor, erinnern heute nur noch zwei hohe Torpfeiler. Als oberen Abschluß tragen sie Vasen. Sie sind gegen 1770 entstanden, aber hier stehen sie erst seit 1817. Vorher dienten sie als Imunitätspfeiler des Damenstifts in Metelen, von wo sie der Fürst zu Salm Horstmar herschaffen ließ. Den Schutz des Osttores mußte der Münsterhof übernehmen. Seinen Namen erhielt er von den adligen Herren von Münster, die bereits 1347 hier nachgewiesen sind.
Wie alle anderen Höfe ruht er mit einer Wand an der Stadtmauer, deren Reste man noch im Garten sehen kann. Die zweistöckige Fassade wird hauptsächlich durch die zehn großen Steinkreuzfenster belebt. Die Eingangstür ist noch altertümlich zur Seite versetzt. An diesem Hauptbau schließt sich - wie bei den anderen Höfen - ein niedriger Seitenflügel an. So entsteht wieder ein Zweiflügelbau in Winkelform.
Der Hof wurde ca. 1550 gebaut.
zurück
Vom Rathaus führt die Schlossstraße zu dem letzten noch erhaltenen Stadttor, dem Schloßtor, das mit dem Sendenhof, einem der acht ehemaligen Burmannshöfe, eine bauliche Einheit bildet. Das Schloßtor ist in der Art eines Torturmes ausgebildet. Die Durchfahrt besteht aus einem sehr kräftigen Spitzbogen, wie er gern von den Baumeistern des 15. Jahrhunderts verwandt wurde.
Dieses Tor ist besonders bemerkenswert, weil es das einzig erhaltene seiner Art im weiten Umkreis ist.
Ähnliche Türme dürfte es in großer Zahl in allen befestigten Orten gegeben haben. An diesem Turm schließt sich nahtlos der Sendenhof an. An dieser Stelle wird gut sichtbar, wie eng die Burgmannen an die Verteidigung der Stadt gebunden waren. An der Nordseite sieht man noch deutlich den Zusammenhang zwischen Tor und Burgmannshof. Zu den Straßenseiten hin finden wir kräftige Steinmauern. Mit ihnen schloß sich der adlige Burgmann von seinen bürgerlichen Nachbarn ab.
zurück
Der 1561 erbaute Hof der Herren von Merveldt folgt dem Schema der übrigen Höfe Horstmars. Mit der Rückwand steht er auf dem Festungswall über der Gräfte. Heute ist das Bauwerk eine Zweiflügelanlage. Spuren deuten aber auf einen dritten Flügel hin, der vor ca. 240 Jahren abgebrochen worden ist.
So war hier also der später in der Barockzeit so beliebte Dreiflügelbau zu finden. Der Mervelder Hof ist einer der frühesten Anlagen dieses Typs im Münsterland. Seitenflügel und Ostgiebel weisen eine Besonderheit auf. Im Mauerwerk erscheinen abwechselnd Lagen von roten Ziegelsteinen und weißen Sandsteinen, ähnlich wie bei einer durchwachsenen Speckseite. Diese Specklagen treten hier erstmals nachweisbar in Westfalen auf. Das Motiv kommt aus den belgischen Niederlanden und findet sich 60 Jahre später nochmals auf Haus Alst wieder.
zurück
Er liegt am Südring und hatte die gefährdete Südwestecke zu schützen. Von den Bauwerken der Horstmarer Burgmannen ist er das älteste. Der Name stammt von den ersten Besitzern, den Herren von Borchorst. Wie bei den anderen Höfen so findet sich auch hier zur Straße hin eine hohe Mauer in der ganzen Länge des Grundstücks. Den Eingang bilden zwei Steinpfeiler mit Vasen. Das kurz vor 1800 veränderte Haupthaus ist wegen seiner Giebel interessant.
Sie stammen noch vom ursprünglichen Bau. Wir finden sehr hohe Treppengiebel aus Ziegelsteinen ohne die sonst üblichen Ecken aus Sandstein. Die einzelnen Stufen tragen an ihren Seiten übereckgestellte Postamente. Die nächsten Verwandten dieser frühen Giebelformen gibt es in Schloss Herten bei Recklinghausen.
zurück
1 Kirche 2 Münsterhof 3 Sendenhof mit Schloßtor
4 Mervelder Hof 5 Valkenhof 6 Borchorster Hof
7 Rathaus 8 Ehem. Ascheberger Hof
9 Ehem. Strickshof 10 Ehem. Deipenhof
4 Mervelder Hof 5 Valkenhof 6 Borchorster Hof
7 Rathaus 8 Ehem. Ascheberger Hof
9 Ehem. Strickshof 10 Ehem. Deipenhof
Auffällig für das Münsterland einzigartig ist der nahezu quadratische Grundriß der Stadt, der an römische Stadtgründungen erinnert, ohne daß hierfür eine Rezeption abzuleiten wäre. Der heute noch gut ablesbare Grundriß wurde von zwei umlaufenden Gräben und Außen- und Innenwällen umschlossen. An den Ecken des quadratischen Grundrisses standen runde Wachtürme. Eine Stadtmauer konnte jedoch bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden. In jede der vier Himmelsrichtungen führte ein Tor aus der Stadt. Der Ortskern wird bis heute achsial von zwei Hauptstraßenzügen, die von Osten nach Westen und von Norden nach Süden verlaufen, kreuzförmig geteilt. Den Ortsmittelpunkt bestimmen Kirche und Rathaus.
Nach außen, nahe den Befestigungsanlagen und Stadttoren, standen die ehemaligen acht Burgmannshöfe. Die Gründung der Burgmannshöfe ist für das 11. Jahrhundert anzunehmen. Zum Schutze ihrer etwa 200 m entfernt liegenden Burg gründeten die Edelherren von Horstmar acht Burglehen, deren Höfe gleichzeitig die sich entwickelnde Burgsiedlung sichern sollten.
Ihre Bewohner, die Burgmänner, waren die eigentlichen Herren der Stadt. Bereits im 13. Jahrhundert erwähnt, verstanden sie es, im Laufe des nächsten Jahrhunderts ihre Befugnisse und Macht derart auszuweiten, daß sie sogar ihrem Landesherrn, dem jeweiligen Bischof, den Zugang zur Stadt verwehren konnten.
Von den Burgmannshöfen sind bis heute vier erhalten:
Von einem fünften Hof, dem ehemaligen Valkenhof, ist lediglich noch der Keller vorhanden.
Der Münsterhof
An das Münstertor, das östliche Stadttor, erinnern heute nur noch zwei hohe Torpfeiler. Als oberen Abschluß tragen sie Vasen. Sie sind gegen 1770 entstanden, aber hier stehen sie erst seit 1817. Vorher dienten sie als Imunitätspfeiler des Damenstifts in Metelen, von wo sie der Fürst zu Salm Horstmar herschaffen ließ. Den Schutz des Osttores mußte der Münsterhof übernehmen. Seinen Namen erhielt er von den adligen Herren von Münster, die bereits 1347 hier nachgewiesen sind.
Wie alle anderen Höfe ruht er mit einer Wand an der Stadtmauer, deren Reste man noch im Garten sehen kann. Die zweistöckige Fassade wird hauptsächlich durch die zehn großen Steinkreuzfenster belebt. Die Eingangstür ist noch altertümlich zur Seite versetzt. An diesem Hauptbau schließt sich - wie bei den anderen Höfen - ein niedriger Seitenflügel an. So entsteht wieder ein Zweiflügelbau in Winkelform.
Der Hof wurde ca. 1550 gebaut.
|
|
|
zurück
Sendenhof mit Schloßtor
Dieses Tor ist besonders bemerkenswert, weil es das einzig erhaltene seiner Art im weiten Umkreis ist.
zurück
Mervelder Hof
So war hier also der später in der Barockzeit so beliebte Dreiflügelbau zu finden. Der Mervelder Hof ist einer der frühesten Anlagen dieses Typs im Münsterland. Seitenflügel und Ostgiebel weisen eine Besonderheit auf. Im Mauerwerk erscheinen abwechselnd Lagen von roten Ziegelsteinen und weißen Sandsteinen, ähnlich wie bei einer durchwachsenen Speckseite. Diese Specklagen treten hier erstmals nachweisbar in Westfalen auf. Das Motiv kommt aus den belgischen Niederlanden und findet sich 60 Jahre später nochmals auf Haus Alst wieder.
zurück
Borchhorster Hof
Sie stammen noch vom ursprünglichen Bau. Wir finden sehr hohe Treppengiebel aus Ziegelsteinen ohne die sonst üblichen Ecken aus Sandstein. Die einzelnen Stufen tragen an ihren Seiten übereckgestellte Postamente. Die nächsten Verwandten dieser frühen Giebelformen gibt es in Schloss Herten bei Recklinghausen.
zurück
Die Besichtigung der Burgmannshöfe von außen ist möglich.
Nach Absprache können auch Stadtführungen organisiert werden
(Tel. 02558/79-17).
Nach Absprache können auch Stadtführungen organisiert werden
(Tel. 02558/79-17).





